Relaunch der Morgen-Routine
Sicher denken Sie bei DANA ARZANI an STRATEGIEN FÜR ERFOLGREICHEN KUNDENKONTAKT. Aber ich habe auch ein Privatleben und eine Familie. In diesem Blog-Artikel geht es zum Einstieg ausnahmsweise um etwas Privates, um meinen Sohn im Grundschulalter und mich. Und um Motivation, bei der wir zunächst an Mitarbeiter denken, über die wir aber im Umgang mit Kindern einiges lernen können. Ich habe dazugelernt, für beide Bereiche.

Mein Sohn hat so ein Gadget mit Weckfunktion geschenkt bekommen. Am Montagmorgen um 6.00 Uhr schmettert dieses Gerät irgendein Lied in ohrenbetäubender Lautstärke. Ich springe wie ein geölter Blitz aus meinem Bett, um das Getöse abzustellen. Bis ich im Flur bin, hat mein Sohn das schon erledigt. Zurück im Bett warte ich auf das Klingeln meines Weckers um 6.15 Uhr, doch mein Sohn ist schneller: fertig angezogen und mit geputzten Zähnen steht er an meinem Bett und sagt: „Mama, ich gehe schon mal runter und decke den Frühstückstisch.“ !?!?! Träume ich? Ich murmle nur „Ja, klar.“

Selbst ist der Sohn
Normalerweise ist die Aufsteh-Anzieh-Zähneputz-Aktion bei uns eine kräftezehrende und zeitraubende Geschichte von 30 bis 40 Minuten. Wenn wir alle bis 7.10 am Frühstückstisch sitzen, sind wir sehr gut. An diesem Tag sind wir um 7.00 Uhr mit dem Frühstück fertig und ich habe sogar noch einen Kaffee bekommen! Ich überschlage mich vor Lob, Bewunderung und Begeisterung.

Am Dienstagmorgen das gleiche Spiel: Die Musik dröhnt kurz, der Sohn – angezogen und schulfertig – macht Frühstück. So geht es etliche Tage weiter und ich denke mir „hätten wir so einen Wecker nur schon viel, viel früher gekauft!“ Jeden Morgen haben wir locker eine gute halbe Stunde mehr Zeit als vorher. In meinen Augen freilich eine gute halbe Stunde zu viel Zeit.

Motivations-Blocker Mama
Dann kommt Tag, an dem mein Sohn verkündet, dass er seinen Wecker am nächsten Morgen auf 5.00 Uhr stellt, damit er vor der Schule noch Lego spielen kann. Das macht er dann auch, denn es gelingt mir nicht, ihn davon zu überzeugen, dass 6.15 Uhr die beste Weck-Zeit ist. Meine Begeisterung darüber, wie selbstständig mein Sohn den Beginn des Tages für sich und uns gestaltet, wird verdrängt von dem Gedanken, dass er es nun übertreibt. Ich greife ein, der Junge braucht den Schlaf – und ich auch. Mit besten mütterlichen Absichten ruiniere ich so zumindest für eine Weile seine Motivation, etwas selbst in die Hand zu nehmen: das Aufstehen, das Familien-Frühstück, die eigenen Wünsche. Mein Sohn und ich bekommen das wieder hin und weil das kein Erziehungsblog ist, wenden wir uns jetzt der Motivation in unserem Geschäftsalltag zu.

Motivations-Wecker
Bei meinem Sohn hat der Wecker einen Motivationsschub ausgelöst. Bei Mitarbeitern könnte eine neue Position diese Wirkung haben, ein neues Werkzeug, eine Schulung oder ein Training, das der Mitarbeiter besucht hat. Motivation wird geweckt, gefördert, entwickelt, vergrößert. Daraus entsteht ein Schwung mit positiven Folgen, er bewirkt vielleicht sogar beeindruckende Ergebnisse, was den Motivationsschub aufrechterhält und sogar noch verstärkt. Und dann greift die Führungskraft ein, weil sie es vermeintlich besser weiß und zusätzliche, möglicherweise eigene Interessen durchsetzen will. Ein Gespräch zur Situation wird geführt, der energiegeladene Mitarbeiter argumentiert engagiert und so überzeugend, dass die Führungskraft ihn erst einmal gewähren lässt.

Motivations-Killer
Dann übernimmt die Führungskraft doch das Ruder, vielleicht nur in einem klitzekleinen Aspekt. Der Mitarbeiter registriert und erkennt den Eingriff, versteht, dass es ein Übergriff ist. Er fühlt sich verraten und verkauft. Aus überragender Motivation wird 100% Demotivation.

Klar, das gehört sich nicht und das macht man doch auch nicht, schon gar nicht als Führungskraft. Wirklich nicht? Und die eine Mail, die man schnell selbst an den Auftraggeber geschrieben hat, weil es eben schneller geht. Obwohl das Projekt doch eigentlich der Mitarbeiter leitet. Oder das Telefonat mit dem Kunden, das man mal so übernimmt, weil man sich in der Materie eben besser auskennt als der neue Mitarbeiter im Verkauf. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Mitarbeiter auszubremsen, ihre Eigeninitiative und ihre Ideen zurechtzustutzen.

Pflegen statt wiedergutmachen
Vielleicht denken Sie jetzt, dass man doch wohl erwarten kann, dass erwachsene Menschen im Berufsleben so etwas verkraften. Ja, das tun sie natürlich. Es kratzt trotzdem an ihrer Motivation. Auch wenn man nur ein bisschen daran kratzt und es dem Mitarbeiter erst einmal gar nicht so richtig bewusst wird, die Motivation leidet darunter. Immer wieder einmal nur ein klein wenig von der Motivation abkratzen, bewirkt letzten Endes doch, dass sie ganz und gar verschwindet. Bekommen Sie das dann wieder hin?

Fazit: Liebe Führungskräfte, die Motivation Ihrer Mitarbeiter liegt auch in Ihren Händen.