Die Digitalisierung wird die Bildung tiefgreifend verändern. Nicht nur, weil Weiterbildungsangebote jetzt auch online abrufbar sind, das ist eher Schnee von gestern. Es geht vielmehr darum, dass Bildung im Allgemeinen nicht nur einem exklusiven westlichen Teil der Bevölkerung zur Verfügung steht, sondern künftig einem Großteil der Weltbevölkerung – und zwar in Form von zum großen Teil kostenlosen Angeboten. Aber auch kostenintensive Angebote gibt es immer mehr, hier heißt die Devise: weg vom Einheitskurs, hin zu individuell geförderten Kursen, in denen auf die tatsächlichen Kompetenzen jedes Einzelnen eingegangen wird. In den letzten Jahren fand eine enorme Entwicklung im Bereich des digitalen Lernens statt.

Mit MOOCS sind neue Formate der digitalen Bildung entstanden. Massive Open Online Course kombiniert traditionelle Formen der Wissensvermittlung wie Videos, Lesematerial und Problemstellungen mit Foren, in denen Lehrende und Lernende interagieren und in virtuellen Lerngruppen zusammenarbeiten. Der private Weiterbildungsmarkt ist hier wesentlich weiter als öffentliche und private Schulen und Hochschulen. In großen Unternehmen herrscht bereits heute das Prinzip „Digital First“. Digitale Angebote sind hier die Regel und Präsenzkurse müssen extra begründet werden. Dabei geht es weniger darum, dass Online Learning kostengünstiger ist, als vielmehr darum, dem Mitarbeiter eine individuell auf ihn abgestimmte, passgenaue Weiterbildung anzubieten. Blendend Learning wächst hier immer schneller, gerade im Bereich Persönlichkeitsentwicklung. Kleinere und mittlere Unternehmen tun sich mit Weiterbildungsangeboten generell etwas schwer und was Online und Blendend Learning angeht, sind viele Firmen derzeit überfordert.

Jeder lernt anders, denn Lerntempo, Motivation und Lernstil sind sehr unterschiedlich. Je älter wir werden, desto mehr unterscheiden sich unsere Qualifikationen und die spezifischen Anforderungen an Weiterbildung – und genau das ist die große Chance der digitalen Weiterbildungsangebote. Hier stehen nicht nur passgenaue Angebote bereit, sondern auch in Sachen Motivation wird einiges getan. So sind einige Lernangebote aufgebaut wie Computerspiele und passen sich den individuellen Lerngewohnheiten an.

Bei all den neuen Möglichkeiten sollte jedoch nicht vergessen werden, dass bei Online Angeboten der direkte Austausch und die Körpersprache weitgehend wegfallen. Dies kann ein Nachteil sein, weil man kein direktes Feedback bekommt. Gemeinsames Lernen findet meist nur selbstorganisiert, z.B. in Foren statt. Der Austausch findet hier direkt unter den Teilnehmern statt. Wer sich auf den virtuellen Austausch einlässt, entwickelt wichtige Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt 4.0. Wer sich bereits in der virtuellen Umgebung auskennt, dem fällt es als Lernender leichter, dies später auch für seine Arbeitstätigkeit zu nutzen. Je motivierter jemand ist, desto eher eignet sich für ihn eine Online Veranstaltung. Letztlich gibt es keine generelle Festlegung für welchen Bereich welche Weiterbildungsform geeignet ist.

Impressionen

Die Besucher des World Cafés waren sehr interessiert, sie waren vom Fach und voll im Thema. Die Fragestellung Online, Offline oder Blended wurde kontrovers diskutiert. Aus eigenen Erfahrungen der Teilnehmer konnten wir ableiten, dass es eher Fachthemen sind, die sich für reine Online Veranstaltungen eignen. Verhaltensorientierte Themen sahen wir eher bei den Offline Veranstaltungen. Mit Blended Learning hatte schon ein Großteil der Teilnehmer gute Erfahrungen gemacht, allerdings kommt es dabei auch immer auf die Persönlichkeit des Lehrenden an. Je motivierter jemand ist, desto eher eignet sich für ihn eine Online Veranstaltung. Letztlich gibt es keine generelle Festlegung, für welchen Bereich welche Weiterbildungsform geeignet ist. Jedoch steht eins fest: Weiterbildung wird immer wichtiger und wird zukünftig mehr denn je über erfolgreiche Karrieren entscheiden.