Herkömmliche Diskussionen in Workshops, Trainings oder Meetings verlaufen so: Ein Moderator oder Coach hält seinen Vortrag, worauf anschließend der ein oder andere Teilnehmer antwortet. Parallel diskutieren zwei oder drei Leute untereinander und ein Vierter steigt gar mit einem vollkommen anderen Thema ein.

Eine ganz andere Diskussion entsteht bei der Fishbowl-Methode. Dabei diskutiert eine Gruppe vor oder in der Mitte des Raums miteinander, während der Rest der Gruppe die Diskutierenden beobachtet und ihnen nach Beendigung Rückmeldungen über ihr Diskussionsverhalten gibt. Aufstellungsbeispiel: Eine Gruppe bildet einen Innen- und einen Außenkreis. Nur im Innenkreis wird die zu diskutierende Fragestellung besprochen. Als oberstes Gebot gilt, dass nur innerhalb der Diskussionsrunde gesprochen werden darf.

 

Der leere Stuhl

 

Ein besonderes Merkmal der Fishbowl-Methode ist, dass in der Diskussionsrunde ein Stuhl mehr steht als es Teilnehmer gibt. Diesen freien Platz kann jemand aus der Beobachtergruppe einnehmen, um Fragen zu stellen oder seine Meinung in die Diskussion einzubringen. Die Regel, dass immer ein Stuhl frei bleiben muss, hat zur Folge, dass stets ein Teilnehmer die Diskussion verlassen muss, wenn sich ein Beobachter in die Runde einbringt. Damit sorgt der leere Stuhl immer für neue Impulse.

 

Diskussionsstrategien kennenlernen

 

Die Fishbowl-Methode gibt Raum sowohl für Argumente, die im Workshop erarbeitet werden, als auch für persönliche Meinungen zu einem Thema. Der Diskussionsleiter hat die Chance, unterschiedliche Formen der Gesprächsmoderation auszuprobieren, und die Teilnehmer des äußeren Kreises können Diskussionsstrategien sowie Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft von Statements beobachten und bewerten.

Mit der Methode sind Diskussionen auch bei großen Gruppen möglich und produktiv. Sie ist eine lebendige Alternative zur klassischen Podiumsdiskussion, die erlaubt, dass mehr Personen mitdiskutieren als üblich.

 

Die Vorteile

 

Ähnlich wie bei einer Podiumsdiskussion können bei der Fishbowl-Methode beispielsweise im ersten Schritt nur Experten diskutieren, um dem Rest der Teilnehmer ihr Fachwissen zu vermitteln. Anschließend können die Teilnehmer – auch solche, die eher zurückhaltend sind – in den Innenkreis wechseln, um einen Beitrag zu leisten. So entsteht ein differenziertes Meinungsbild und unterschiedliche Perspektiven können die Diskussion bereichern.

 

Feedbackrunde

 

Auf jede Diskussion folgt im Anschluss eine Feedbackrunde. Mithilfe eines Fragebogens oder in freier Rede können nun Rückmeldungen zum Ablauf der Diskussion und das Diskussionsverhalten vorgetragen werden.

Die Fishbowl-Methode kann auch zum Vortragen und Diskutieren von Arbeitsergebnissen oder in Form eines geteilten Sitzkreises als eine Pro-Contra-Diskussion durchgeführt werden.

 

Das „Goldfischglas“

 

Weshalb die Methode als Fishbowl bezeichnet wird, erklärt sich durch die Anordnung der beiden Teilnehmerkreise. Wie Fische in einem Aquarium werden die Diskussionsteilnehmer von außen beobachtet. Demnach sind die Teilnehmer im Innenkreis sozusagen die Fische. Die runde Sitzanordnung symbolisiert das „Goldfischglas“.

 

Bleiben Sie dran!

 

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