So sieht Weiterbildung in der Zukunft der Arbeit 4.0 aus: selbstorganisiert, eigenverantwortlich sowie zeit- und ortsflexibel – unterstützt von vielfältigen Medien. Softwareanwendungen bedienen, in virtuellen Teams kommunizieren, sich fachlich auf dem neuesten Stand halten – dies sind nur einige der Kompetenzen, die Mitarbeiter für die digitalisierte Arbeitswelt benötigen. Doch wie können sie sich diese Skills aneignen? Wie sieht Weiterbildung für Arbeit 4.0 aus? Welche Rahmen brauchen wir für Online Trainings?

Der technologische Wandel der Unternehmen ist bereits angekommen. Die Auswirkungen auf das Arbeiten müssen von den Mitarbeitern der Unternehmen bewältigt und getragen werden. Berufsbegleitendes Lernen wird dadurch immer wichtiger, mit der Digitalisierung steigt auch der Weiterbildungsbedarf. Lernvideos und virtuelle Seminare bzw. Webinare sind für die World-Café-Teilnehmer die Top-Formate. Vorteil dieser Medien: Mit Videos lassen sich Prozesse und Anleitungen visuell darstellen. Virtuelle Seminare mit Chat-Funktionen wiederum bieten die Möglichkeit, Teilnehmer an verschiedenen Standorten gleichzeitig und interaktiv zu unterrichten. Und außerdem können die TN später noch zeit- und ortsunabhängig online auf das Seminar zugreifen.

Doch welche Anforderungen muss ein Weiterbildungsangebot 4.0 erfüllen? Hierzu haben die Befragten die folgenden Lernaspekte in ihrer Bedeutung für Weiterbildung 4.0 beurteilt:

° selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen

° ein Mix aus unterschiedlichen Lernmedien und -methoden

° zeit- und ortsunabhängiges Lernen

° Mobiles Lernen

° vernetzte Lern-Community.

Sie ist für den Austausch mit Kollegen hilfreich – bei Fragen oder auch wenn es darum geht, neues Wissen, neue Tools oder neue Methoden in den Berufsalltag zu integrieren.

Als weiteres Ergebnis wurde erarbeitet, dass an vorderster Stelle die betriebliche Weiterbildung steht, die sich seit einigen Jahren immer stärker als der Hauptbestandteil der beruflichen Fort- oder Weiterbildungherauskristallisiert hat. Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs zwischen den Unternehmen, der Globalisierung der Märkte, neuer Qualitätsanforderungen an Produkte und insgesamt zunehmenden Kostendrucks werden in vielen Unternehmen die Beschäftigten als Leistungsträger neu entdeckt. Betriebliche Weiterbildung soll dabei als wichtiger strategischer Erfolgsfaktor dazu beitragen, die betrieblichen „Humanressourcen“ besser und systematischer als bisher zu erschließen.

Beim Initiieren von Veränderungsprozessen wird dem Verhalten der Führungskräfte besondere Bedeutung beigemessen, weil vor allem von ihnen die entscheidenden Impulse für echte Beteiligungsverfahren ausgehen müssen. Inwieweit sich Mitarbeiter tatsächlich ernst genommen fühlen, hängt sehr stark davon ab, wie Vorgesetzte auf Veränderungsvorschläge von ihnen reagieren. Führungskräfte können wiederum ausgesprochen innovationsbehindernd wirken, wenn sie nicht selbst von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Reorganisationsmaßnahmen überzeugt sind. Das kann dann der Fall sein, wenn sie sich in ihrer bisherigen Funktion durch neue Entwicklungen bedroht sehen. Diese zentrale Bedeutung der Führungskräfte, vor allem auch auf den mittleren und unteren Ebenen, ist in den letzten Jahren von vielen Betrieben erkannt worden.

Es bedarf daher gerade bei dieser Gruppe einer entsprechend sorgfältigen Vorbereitungsphase, weil von ihnen eine neue Aufgabenwahrnehmung und ein neues Selbstverständnis erwartet werden. Auch dies ist als wichtiger Bestandteil des neuen Typs betrieblicher Weiterbildung im Rahmen der Lernenden Organisation anzusehen.

Ein wichtiges Thema wurde von nahezu allen Teilnehmern aufgegriffen: Der geschützte Rahmen bzw. Raum für Weiterbildung! Der Wunsch, das Erlernte für sich zu manifestieren und anzubringen, ohne dabei von Mitlernenden oder gar Führungskräften subtil angegangen zu werden. Dabei spielt es sicherlich eine Rolle, ob Trainer und Coaches Interna aus dem Trainingsraum an Personalverantwortliche weitergeben. Viel eher wird eine Unternehmenskultur dazu beitragen, wenn das Unternehmen von innen heraus gestärkt und erfolg- und umsatzbringend agiert. Erhalten Weiterbildungen einen positiven Beigeschmack, werden sie verstärkt in Anspruch genommen und steigern sicherlich somit die Attraktivität des Arbeitgebers